Softing TDX: ODX- und OTX-basierter Servicetester-Baukasten

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ODX und OTX haben sich als Diagnosebeschreibungsformate in der Automobilindustrie weitgehend durchgesetzt. Insbesondere OTX, das von Anfang an für die Belange der Servicebereiche bei den OEMs entwickelt wurde, wird inzwischen zunehmend in Servicetestern eingesetzt.

Treiber dafür ist die Notwendigkeit, die exponentiell steigende Komplexität von heutigen Fahrzeugen im PKW, LKW sowie im Off-Road Bereich (z. B. Landwirtschafts- oder Baumaschinen) zu beherrschen. In modernen, technisch fortgeschrittenen Fahrzeugen aller Bereiche sind heutzutage etwa 100 Steuergeräte verbaut. Diese müssen mit Funktionsumfängen in Diagnosesystemen, die einem Techniker in der Werkstatt sowie bei Abnahme-, Fahrzeugvalidierungs- und Produktions-Tests zur Verfügung stehen, abgedeckt werden.

Diagnosestrategien für die modernen Fahrzeuge

Heutzutage ist eine ECU-orientierte Diagnosestrategie für die effiziente Fehlersuche und schnelle Fehlerbehebung in komplexen Fahrzeugen nicht mehr ausreichend. Ein moderner Servicetester muss deswegen unterschiedlichen Diagnosestrategien anbieten (z.B. Funktionsorientierte Diagnose, Geführte Diagnose und Funktionstests).

Neben den unterschiedlichen Diagnose-Strategien muss ein moderner Servicetester noch folgende Funktionen anbieten:

  • Handhabung der ECU Varianten
  • Parametrierung und Codierung der Steuergeräte
  • ECU Austausch – Auslesen, Speicherung und Wiederherstellung der erlernten Parameter
  • Aktuatoren- und Sensorik-Tests
  • Parallele Softwareaktualisierung mehrerer Steuergeräte

Vor allem die Handhabung der Varianten ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen für die Automobilindustrie: Varianten in der Fahrzeugausstattung, Varianten in der Steuergerätesoftware, aber auch Varianten durch Second-Source-Konzepte mit mehreren Steuergeräteherstellern.

OTX bietet durch die entsprechenden Sprachelemente eine einfache Möglichkeit, diese Herausforderungen zu beherrschen.

Softing TDX – Die modulare Antwort auf die aktuellen Diagnoseanforderungen

Im Vergleich zu den klassischen proprietären Service-Diagnosesystemen bietet Softing TDX (Tester for Diagnostic(X)) aufgrund des modularen Aufbaus und der Skalierbarkeit viele Vorteile. Die grundlegende OTX-Technologie fördert die Wiederverwendung von OTX-Abläufen, die in unterschiedlichen Lebensphasen eines Fahrzeugs erzeugt wurden.

Softing TDX als modulares OTX basiertes Diagnose-Framework deckt alle Diagnose-Strategien und Funktionsanforderungen ab und bietet so dem OEM bzw. Fahrzeughersteller eine schnelle und flexible Servicetesterlösung. Das Diagnose-Framework-Konzept spart gleichzeitig Zeit und Kosten gegenüber Entwicklung und Wartung einer proprietären Lösung.

Dabei ist die Lösung vor allem auch für die kleinen Hersteller im Aftermarket- und Retrofitbereich sowie Technologielieferanten von Vorteil. Diese können sich statt auf die mühsame Entwicklung und Wartung eines Servicetesters jetzt nur noch auf die Inhalte und Diagnoseablaufe konzentrieren.

Die Pflege ist dadurch deutlich vereinfacht und die Inhalte und Diagnoseablaufe können für neue Funktionen oder Fahrzeuge sehr einfach ergänzt werden – insbesondere im Hinblick auf „Time-to-Market“. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die Lieferzeit einer neuen kompletten Servicetesterlösung bis auf wenige Wochen verkürzt werden kann. OEMs profitieren auch vom modularen Framework-Konzept, weil sie bereits funktionierende Servicetesterlösungen von Technologielieferanten als zusätzliche Inhalte schnell in eigene Servicetester-Lösungen integrieren können.

Werkzeugkasten – Softing TDX.studio

Softing TDX.studio umfasst mehrere Werkzeuge, die für die Erstellung der Kommunikation-Bedatung (ODX), der Diagnose-Abläufe (OTX) und die Servicetester-Konfiguration benötigt werden. Für die Erstellung, Konsistenzprüfung und Verwaltung der ODX-Bedatung wird im Softing TDX.studio ein in der Industrie bereits seit langem bewährtes Werkzeug von Softing eingesetzt: DTS Venice.
Als Erstellsystem von OTX-Abläufen kommt OTX Studio von Softing zum Einsatz, welches im Paket mit Erweiterungen Admin, GUI Editor und dem OTX Wizard geliefert wird.

Individualisierte Servicetester Lösung – Softing TDX.workshop

Leitidee vom Softing TDX Baukasten ist, dass der Hersteller am Ende eine individualisierte Servicetesterlösung erhält, bei der er jederzeit selbst die volle Kontrolle über Aussehen und Inhalte behält. Diese ist mit allen notwendigen Elementen wie z.B. Corporate Design Grafiken und Farben, Icons, Logos und weiteren in dem TDX-Projekt konfigurierbar. Der Ersteller vom Servicetester übernimmt auch die Distribution von Applikation und Inhalten. Das Update von Software und Inhalten erfolgt auch über herstellereigene Server, sodass die Endanwender so eine vollkommen herstellerspezifische Servicetesterlösung erhalten.

Wartung der Service-Applikation und Inhalten im Feld

Softing TDX bietet für die Wartung im Feld eine getrennte Aktualisierung der Applikation und der Inhalte. Beide Aktualisierungen können On-Line sowie Off-Line, z.B. mit einem Speichermedium ausgeführt werden. Mit diesem Verfahren ist dem Hersteller eine laufende Aktualisierung und Erweiterung der Inhalte möglich. So kann der OEM bei Einführung einer  neuen Fahrzeugbaureihe oder neuen Ausstattungsvarianten den Servicetester im Feld sehr schnell und bequem auf den neuesten Stand bringen. Eine schnelle Aktualisierung der Inhalte ist von besonderer Bedeutung bei sicherheitsrelevanten Softwarefunktionen und Rückrufaktionen.

Fazit

Ohne Zweifel bringt ein modularer, OTX basierter Servicetester wie Softing TDX viele Vorteile für die Servicediagnose. In erster Reihe ist das sicherlich die Investitionssicherheit durch die Langzeitorientierung und Standardisierung der grundlegenden Technologie. Letztere ist insbesondere für die zunehmende Anzahl an Kooperationsprojekten zwischen Fahrzeugherstellern ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Projekt. Zusammen mit industriebewährten Werkzeugen wie DTS Venice und OTX Studio bietet Softing TDX eine effiziente und flexible Umsetzung modularer Servicetesterlösungen.

 

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