DoIP – Standardisierte Fahrzeug- Diagnose über Ethernet

DoIP_Diagnose_Ethernet

Ethernet-basierte Kommunikation ermöglicht neue Konzepte bei der Diagnose von Fahrzeugen. So wird ein direkter Zugriff vom Tester auf das Fahrzeug auch ohne VCI möglich und die Integration der Diagnoseschnittstelle in die IT-Infrastruktur ein Stück näher gebracht. Dies kann sowohl über LAN-Kabel oder für mobile Anwendungen über WLAN erfolgen.

Das Strukturbild (Bild 1) gibt einen Überblick über die wesentlichen Elemente eines Diagnosetesters, der auf standardisierte Module setzt. Normalerweise erfolgt der Zugang zum Fahrzeug über ein Vehicle Communication Interface (VCI), das mit dem Anwendungsrechner häufig über USB, WLAN oder LAN verbunden ist. Als Kommunikationsprotokolle wurden in der Vergangenheit proprietäre Protokolle und KWP eingesetzt. Mittlerweile wird meist das Protokoll UDS (Unified Diagnostic Services) verwendet, mit dem alle gängigen Bussysteme wie CAN, K-Line, FlexRay und eben auch Ethernet unterstützt werden.

Der Kern des Systems ist ein MVCI Diagnose-Server gemäß dem Standard ISO 22900, welcher u. a. die Kommunikationsparameter festlegt und den von der D-PDU API kommenden Byte-Stream in physikalische Werte umsetzt. Die Operationen werden über ODX-Files gesteuert, welche durch ein Autorensystem erstellt werden.

Auf den D-Server aufsetzend kann ein OTX Ablaufsystem die Applikation von der Behandlung von Testsequenzen entlasten. Dies erfolgt ebenfalls datengetrieben über OTX-Files, die durch ein Erstellsystem bereitgestellt werden.

Diagnostics over Internet Protocol (DoIP)

Mit Einsatz von standardisierten Schnittstellen und Datenformaten ist die Verarbeitung weniger fehleranfällig und die Weiterverwendung über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs gestaltet sich wesentlich effizienter. DoIP ist in allen relevanten Standards berücksichtigt, welche für die Komponenten eines Diagnosetesters zugrunde gelegt sind. So sieht die Spezifikation für OTX (Open Test sequence eXchange, ISO 13209) eine Erweiterung für das Erstellen von Testabläufen bei Einsatz von DoIP vor. Für den Diagnose- Server ist als Aufrufschnittstelle eine MCD-3D API nach ISO 22900-3 erforderlich, welche ASAM MCD-3D 3.0 erfüllt.

Der Zugriff auf ein VCI erfolgt über die Aufrufschnittstelle D-PDU API gemäß ISO 22900-2, wobei für DoIP eine Erweiterung als Amendment vorliegt. DoIP ist Bestandteil der UDS-Spezifikation, des am meist verbreiteten Standards für die Diagnose-Kommunikation. In ISO 14229-5 ist der Application Layer festgelegt und in ISO 13400 erfolgt die Definition des Transport Layers. Weiterhin ist DoIP neben CAN auch in der Festlegung des weltweit greifenden Standards WWH-OBD (World Wide Harmonized OBD, ISO 27145) vorgesehen.

DoIP


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