Einbindung von Backend-Daten in OTX-Abläufe

Einbindung von Backend-Daten in OTX-AbläufeModerne Anwendungen für den Fahrzeugservice in der Werkstatt erfordern die Verfügbarkeit einer Vielzahl von Daten. Viele dieser Daten stehen allerdings nicht über die Diagnosedienste des Fahrzeugs zur Verfügung, sondern müssen aus anderen Quellen bezogen werden. Z.B. sind diese im Backend abgelegt und verwenden eine zentrale oder verteilte Datenbank. Eine wichtige Anforderung besteht außerdem in der zentralen Ablage der ausgelesenen Betriebs- und Fehlerdaten sowie der Umgebungs- und Nutzungsdaten der Serviceapplikation. So können nachfolgende Analysen diese Daten für die Produkt- und Service-Optimierung verwenden.

Bislang war in OTX-Diagnoseabläufen der Austausch dieser Daten mit einer Datenbank entweder überhaupt nicht möglich oder musste aufwändig über externe DLL-Aufrufe realisiert werden. Mit dem neuen OTX Studio v3 schließt Softing nun diese Lücke. Dazu wurden zwei OTX-Erweiterungen implementiert, die SQL-Abfragen und Web-Services ermöglichen.

Die SQL-Erweiterung unterstützt die direkte Verbindung des OTX-Ablaufs mit häufig verwendeten Datenbanken wie MySQL, MS-SQL oder SQLite sowie den lesenden und schreibenden Zugriff auf die darin gespeicherten Daten. Dazu verwendet die SQL-Erweiterung Befehle aus dem neuen OTX-Standard ISO-13209, wie z.B. CreateSQLConnection, ExecuteSQLQuery und NextSQLResult (für eine fortlaufende Auswahl der gespeicherten Daten). Mit dem Befehl GetSQLValueAsXXX lassen sich dann einzelne Daten in häufig verwendeten Datentyp-Formaten wie z.B. Integer, Float, Boolean, String oder ByteField lesen. Daneben unterstützt die SQL-Erweiterung ebenfalls die Verarbeitung von Datenbank-Laufzeitfehlern. (siehe Abbildung 1)

OTX SQL Query

Abbildung 1: Beispiel eines OTX Ablaufs für das Auslesen von Daten aus einer SQL-Datenbank

Ebenfalls neu in OTX Studio v3 ist die Web-Service-Erweiterung. Damit lassen sich Daten aus einem Web-Server über eine konfigurierbare HTTP-/HTTPS-Anbindung in OTX-Abläufe einbinden. Dazu wird mit dem OTX-Befehl ExecuteWebService eine parametrierbare URL-Adresse angesprochen. Als optionale Parameter stehen dafür etwa Benutzername und Passwort für den Dokumentenzugriff oder die Angabe von Proxy-Anmeldungsdaten zur Verfügung. Über die im neuen OTX-Standard festgelegten Befehle lassen sich Daten im XML-Format zugreifen und bearbeiten. (siehe Abbildung 2)

Web Service

Abbildung 2: Beispiel eines OTX-Ablaufs für den Bezug von XML-Daten von einem Web-Server

Mit diesen beiden Erweiterungen des neuen OTX Studio v3 lässt sich erstmals eine einfache und schnelle Einbindung von Daten aus zentralen oder verteilten Datenquellen in Diagnoseabläufe umsetzen. Damit stehen für OTX-Anwendungen in Produktion und Werkstatt zusätzliche Möglichkeiten zur Verfügung.

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